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Das ehemalige Obervolta wurde im Jahr 1983 zu Burkina Faso, d.h. dem „Land der integeren Menschen“.


Die Probleme der sog. Drittländer sind sicherlich nicht zwangsläufig personell bedingt. Es muss letztendlich eine Vielzahl von Problemen dafür verantwortlich gemacht werden. Im Falle Burkina Fasos, eines Vielvölkerstaats mit unzähligen unterschiedlich starken Ethnien ist dies sicherlich begründet in der „Entwurzelung“ der einzelnen Stämme im Zuge der Kolonialisierung Afrikas. Die alten überlieferten Traditionen und Weisheiten (die Grundlage der traditionellen Bildung) durften nicht mehr gelebt und weitergegeben werden. Gleichzeitig mussten die Menschen eine ihnen völlig fremde Sprache sprechen (was natürlich nur wenigen gelang). Später wurden die Kinder in den Schulen bestraft, wenn sie statt in der französischen Amtssprache in ihrer Muttersprache miteinander sprachen.


Eine weitere Ursache für die Probleme des Landes ist sicherlich die Topographie des Staates und die eng damit verbundenen klimatischen Bedingungen. Burkina Faso ist ein Binnenland, umgeben von Ghana, Benin, Togo, Niger, Mali und der Elfenbeinküste. Es gibt kaum Bodenschätze und die Erzeugnisse der Landwirtschaft werden in der Regel im Land selbst benötigt, so dass es kaum Export gibt. Das Land am Rande der Sahara ist für den Tourismus nicht von Bedeutung, was wiederum dazu führt, dass kaum Devisen im Land sind.


In Burkina Faso basiert das Wirtschaftwachstum immer noch wesentlich auf dem Ergebnis des Agrarsektors, der seinerseits von zwei wichtigen Faktoren bestimmt wird: das unbeständige Klima, das oft schwer zu meistern ist, sowie die Produktivität der ländlichen weiblichen Arbeitskraft. Es gibt zwei Jahreszeiten: Die Regenzeit von Mai bis Mitte Oktober mit manchmal starkem Regen (den der sandige Boden jedoch häufig nicht aufnehmen kann) und subtropischen Temperaturen sowie die Trockenzeit mit Tagestemperaturen von bis zu 47°C. Die Menschen der Sahel-Zone müssen jedoch innerhalb weniger Jahre immer wieder auf den Regen verzichten und erleben Dürre und Hungersnot. Unverzichtbar ist die Rolle der Frauen: In der Tat sichern sie 65% der nationalen Agrarproduktion und spielen eine wesentliche Rolle bei der Erziehung der Kinder, wobei sie gleichzeitig vom Zugang zum Wissen ausgeschlossen bleiben. Zum Beispiel im städtischen Lebensbereich, wo 17 % der Bevölkerung leben, können 13% der Frauen und nur 30% der Männer lesen und schreiben, während in ländlichen Gegenden (83% der Bevölkerung) ungefähr 20% der Männer und 7% der Frauen alphabetisiert sind.


Im Land leben etwa 16.751.000 Menschen auf einer Gesamtfläche von 274.000 km², das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 61 Einwohnern pro km². Die Bevölkerung teilt sich in drei große Religionen: die traditionelle Naturreligion (40 % der Bevölkerung), den Islam (50 % der Bevölkerung) und das Christentum (10 % der Bevölkerung mit überwiegend Katholiken). Demographisch gesehen ist die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit sehr jung: bei einer Lebenserwartung von 53 Jahren und einem Bevölkerungswachstum von 2,4 % sind 49% der Burkinaben jünger als 15 Jahre. Entsprechend hoch ist demnach auch der Prozentsatz der schulpflichtigen Kinder (7-13 Jahre).


Um das Bildungsniveau zu erhöhen, haben der Staat Burkina Faso und die katholische Kirche im Jahr 2000 eine Bildungspartnerschaft unterschrieben. Leider hat weder das Land Burkina Faso noch die katholische Kirche die nötigen Mittel, um die Mindestausstattung der Schulen mit Lehrmitteln aber auch die Kommunikation unter den Lehrern zu gewährleisten. Ein weiteres Problem ist zudem, dass die Eltern noch immer Schulgeld für die Bildung ihrer Kinder aufbringen müssen. So kann es durchaus passieren, dass die Ausbildung von hochintelligenten Kindern an den finanziellen Möglichkeiten der Familien scheitert.